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Batik, Geduld und neue Perspektiven

Ein Refresher-Kurs, der mehr war als nur Technik

Wenn man am frühen Morgen in Bolgatanga ankommt, liegt die Stadt noch im Halbschlaf. Die Luft ist kühl, die Straßen leer – und doch beginnt hier etwas Besonderes.

Am 27. Dezember machte sich Nana unser Batik Lehrer auf den Weg von Kumasi nach Bolgatanga. Um 18 Uhr startete seine Reise, nach zwölf Stunden Busfahrt kam er am nächsten Morgen um 6 Uhr an. Ohne Pause ging es direkt weiter zu den alleinerziehenden Müttern in Winkogo – im Gepäck zusätzliches Material, finanziert durch Ihre Spenden.

Material, das Lernen möglich macht. Material, das Hoffnung bedeutet.


Ein unerwarteter Start – und neue Gesichter

Der erste Tag verlief anders als geplant. Keine der ursprünglich angemeldeten Single Mothers war vor Ort. Eine Mutter hatte sich entschuldigt – eine Beerdigung. Ein wichtiger Teil des Lebens in Ghana, der immer Vorrang hat.

Doch dann geschah etwas Schönes: Olivia, ihr Schwager und Stella waren da. Sie gehörten ursprünglich nicht zum Projekt, waren aber neugierig, interessiert – und machten mit. Aus dem Verkauf früherer Batikstoffe hatte Olivia sogar einen eigenen Batiktisch gebaut. Ein stilles Zeichen dafür, wie ernst sie diese Arbeit nimmt.


Dieser erste Tag wurde zum Vorbereitungstag. Nana führte eine neue Technik ein: Freihand-Batik mit Schaumstoff. Die Motive wurden zuerst mit Bleistift skizziert, danach tauchten sie ein Stück Schaumstoff in heißes Wachs und „malten“ direkt auf den Stoff. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode – und perfekt für kreative Freiheit.


24 Yards Stoff wurden an diesem Tag vorbereitet – noch ohne Entwachsen, aber mit viel Konzentration und Freude am Tun.



Tag 2: Lernen, Fehler machen, besser werden

Am zweiten Tag kamen endlich einige der Frauen dazu:

Alahere, Alice, Talata, Mary – und wieder Olivia und Stella.

Auch wenn die Gruppe kleiner war als erhofft, war die Energie spürbar. Jede brachte ihre Stärke ein:

  • Mary zeigte ein außergewöhnliches Talent beim Stempeln

  • Talata hatte ein feines Gespür dafür, den Stoff richtig anzuheben, damit das Wachs nicht auf dem Tisch trocknet

  • Olivia übernahm ganz selbstverständlich eine Leader-Rolle, besonders bei der Tjanting-Technik


Neu gelernt wurden:

  • One-Color Batik

  • Brush-Effekte an der Webkante

  • Marbling und Falttechniken



An diesem Tag wurden 12 Yards Stoff komplett verarbeitet – inklusive De-Waxing.

Doch es zeigte sich auch: Der Prozess ist anspruchsvoll. Einige Stoffe wurden bei der zweiten Färbung zu früh in die schwarze Farbe gelegt. Das Ergebnis: zu dunkle Muster.

Nana nahm sich Zeit, erklärte alles noch einmal ruhig und geduldig. Fehler gehören zum Lernen – und genau dafür ist dieser Kurs da.


Tag 3: Geduld als Schlüssel

Am dritten Tag waren fast alle Mütter anwesend:

Alahere, Olivia, Alice, Talata, Mary, Vida und Stella. Vida konnte an diesem Tag zwar nicht aktiv mitarbeiten, war aber dabei.

Der Fokus lag nun auf einem entscheidenden Schritt: dem Entwachsen (De-Wax).Die Frauen hatten die Stoffe zuvor zu früh aus dem heißen Wasser genommen – dadurch blieben Wachsreste zurück. Nana erklärte, wie wichtig Zeit und Geduld in diesem Prozess sind. Batik ist nicht nur Technik, sondern auch Achtsamkeit.



Mehr als Batik: Der Blick nach vorne

Am Ende des Kurses ging es nicht nur um Stoffe – sondern um Zukunft.

Nanas Vorschläge für die nächsten Schritte:

  • Eine Batik-Ausstellung, bei der jede Arbeit ihre eigene Geschichte erzählt – inklusive Feedbackrunde

  • Ein Taschen-Nähworkshop um die Stoffe weiterzuverarbeiten

  • Schulungen in Marketing, Verkauf und einfacher Buchhaltung, damit die Frauen ihre Produkte selbstständig vermarkten können

Leider ist der Workshop und auch die Ausstellung in diesem Jahr nicht möglich, jedoch planen wir einen für Dezember 2026.


Vernetzung in der Wertschöpfungskette

Am letzten Tag besuchte Nana auch die Näherinnen Rejoyce und Gloria, die wir seit dem Anfang unterstützen. Ihr Ausbilder bestätigte: Beide können ihre Ausbildung in diesem Jahr abschließen.

Eine wichtige Empfehlung: Die Batikstoffe direkt über ihre Schneiderei verkaufen – ein weiterer Schritt hin zu einer lokalen Wertschöpfungskette.


Die Näherinnen berichteten von Maschinenproblemen und dem Bedarf an Bügeleisen, um die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern – konkrete, lösbare Themen.




Warum Ihre Unterstützung zählt

Dieser Batik-Refresher-Kurs war kein perfekter Workshop. Und genau das macht ihn so wertvoll. Er war echt. Herausfordernd. Lernreich.

Dank Ihrer Unterstützung konnten Frauen:

  • Neues lernen

  • Fehler machen und daraus wachsen

  • Verantwortung übernehmen

  • erste Schritte in Richtung Selbstständigkeit gehen


Danke, dass Sie diese Reise möglich machen. Danke, dass Sie nicht nur Projekte unterstützen – sondern Menschen.

Sie sind Teil dieser Geschichte.


Mehr übers Projekt erfahren?




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